September 2010 - 16
Kirschkernkissen / Chriesischteisäckli
Als das älteste und traditionsreichste Haus am Platz, haben wir vor einigen Jahren beschlossen, „alte“ Bräuche wieder etwas vermehrt aufleben zu lassen.
1960 wurde das Monte Rosa erstmals für die Wintersaison eröffnet. Daher rührt auch unsere Tradition, den Gästen die Kirschsteinkissen ins Bett zu legen.
Das Kirschkernkissen, auch liebevoll Chriesischteisäckli von Schweizern genannt, wurde benützt um die kalten Betten vorzuwärmen. Der Beutel, gefüllt mit Kirschsteinkissen, wird im Ofen langsam erhitzt und anschließend in die Betten gelegt, um ihre gespeicherte Wärme an diese abzugeben.
Trotz neuester und modernster Heizanlage in unserem Monte Rosa, bieten wir unseren Gästen während Ihres Aufenthaltes noch heute diesen traditionsreichen Service mit Vergnügen an.
Einer unserer Stammgäste bekommt immer zwei dieser Kissen, eines für den Bereich der Nieren und eines für die Füße. Unsere liebenswerte Hausdame Carmen hat für einen perfekten Service sogar heimlich die Beinlänge des Stammgastes „ausgemessen“, damit genau die richtigen Stellen im Bett warm sind.
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Folklore Festival

Jedes Jahr am zweiten Augustwochenende steht Zermatt im Zeichen der Schweizer Tradition, wenn das Folklore Festival auf dem Programm steht. Was vor 41 Jahren im kleinen Rahmen begonnen hat, ist mittlerweile zum größten Sommerevent geworden.
Es beginnt jährlich um 11.00 Uhr mit der Jodelmesse in der Pfarrkirche. Der große Umzug durch Zermatt am Machmittag, mit rund 1200 Teilnehmern, aus der ganzen Schweiz, bildet das Highlight.
Fahnenschwinger, Alphornbläser, verschiedene Musikgruppen sowie Trachtengruppen und Glockenschwinger bieten ein abwechslungsreiches Programm.
Nach dem Umzug finden Darbietungen der verschiedenen Vereine auf dem Fest- und Kirchplatz statt. Dazu Kantinenbetrieb, Kinderanimationen und Unterhaltung. Ein unvergesslichen Tag am Fuße des Matterhorns mit Musik, Tanz und guter Laune.
Trachtenbekleidung
Aus den einfachen und zweckmäßigen Gewandformen, die seit dem Mittelalter allen Bauern in Mitteleuropa im Grossen und Ganzen gemein waren, entwickelten sich mit wachsendem
Standesbewusstsein und Wohlstand im 18. Jahrhundert landschaftlich gebundene Bauerntrachten. Waren sie ursprünglich aus grobem Flachs und grober Wolle selber gesponnen, so wurden mit dem Aufblühen von Handel und Gewerbe die Gewebe feiner, namentlich für feiertägliche Gewänder. Söldnerdienst brachte die Bauernsöhne in fremde Länder, aus denen sie nicht nur klingende Taler, sondern auch neue Moden und Lebensanschauungen sowie manchen schönen Kram heimbrachten. Der Trieb zur Nachahmung der oberen Stände, der Burger und Patrizier, trug weiter dazu bei, dass sich im 18. Jahrhundert in ganz Europa die mannigfaltigsten Bauerntrachten entwickelten.
Die Form der Tracht vererbte sich von Generation zu Generation und entwickelte sich regional weiter. An ihren Trachten und an ihrer Mundart erkannte man die Herkunft der Leute; sie trugen ihren Heimatschein gewissermaßen auf dem Leib und auf der Zunge.
Von verheerenden Kriegen verschont, konnten sich Landwirtschaft und Industrie
reichlich entwickeln. Weil die Arbeit fast ausschließlich von Hand und weitgehend in Heimarbeit ausgeführt wurde, hatte auch die ländliche Bevölkerung daran Anteil. So fanden Dorfweber, Stickerinnen und Klöpplerinnen willkommenen Verdienst. Mit zunehmender
Geschicklichkeit entfaltete sich der Kunstsinn der Werktätigen, was sich auf die Entwicklung der Trachtenkleidung auswirkte.
Wie die Landschaft und die Herkunft den Charakter der verschiedenen Volksstämme geprägt
haben, so hat ihre Lebensart, ihr Glaube und Schönheitssinn die Eigenart ihrer Tracht bestimmt. In protestantischen Gebieten zum Beispiel waren die Trachten, der puritanischen Lebensauffassung gemäß, schlichter und nüchterner als in katholischen Landen, wo der Prunk der Kirche die Kreativität des Volkes anregte und die hohen Kirchenfeste und feierlichen Prozessionen Anlass zum Tragen farben- und schmuckreicher Festtrachten boten.



